Video: Bunkeranlage Paulshöhe. Blicke ins Innere der Anlage

(st.ma.)

Texte auszugsweise von: Kulturstadion Paulshöhe

Ein regelrechter Mythos hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten um den Bunker auf der Schweriner Paulshöhe entwickelt. Wie groß ist er? Wie tief reicht er in die Erde und unter das nah gelegene fast 100 Jahre alte Stadion?

Die genauen Maße der Bunkeranlage sind nicht bekannt. Auch über die Anzahl der Etagen gibt es widersprüchliche Angaben. Die Bunkeranlage grenzt nahezu direkt an das Stadion Paulshöhe, eines der ältesten aktiv bespielten Stadien Deutschlands. 2022 soll das Stadion abgerissen werden. Dagegen regt sich in der Landeshauptstadt Schwerin Widerstand.

Ganz sichere Angaben zur Größe der Bunkeranlagen findet man kaum.

Ein Schulprojekt im Jahr 2008 wollte die Anlage genauer untersuchen, scheiterte aber an den bürokratischen Hürden und konnte seinerzeit die Bunkeranlage nicht betreten.

Bereits im Ersten Weltkrieg diente der Eiskeller der ehemaligen Brauerei als Luftschutzbunker. (Bild 1 Ansichtskarte 1912)

Eingang zum Keller der Brauerei Paulshöhe.

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Widersprüchliche Angaben zur Etagenzahl der Bunkeranlage.

Während die Lokalzeitung der Landeshauptstadt Schwerin (SVZ) in ihrer Ausgabe vom 7.12.2016 schrieb:

„Das Gewölbe ist riesig und gut begehbar. Der Bunker hat eine Größe von rund 75 mal 50 Metern und ist >>zweigeschossig<<. Er wurde 1872 als Eiskeller der Brauerei AG Paulshöhe erbaut, die bis 1920 existierte. Das Gewölbe war im 2. Weltkrieg Luftschutzbunker. Nach Erinnerungen von Lesern soll der Bunker noch bis in die 70er-Jahre vom Obstgroßhandel OGS und als Lager für Pyrotechnik genutzt worden sein.“ – Quelle: SVZ

Dem widersprechend, heißt es in einer Stadtchronik zu der Größe der Bunkeranlage:

„1933 – Errichtung eines Luftschutzbunkers im Brauereikeller der ehemaligen Brauerei Paulshöhe, der 1938 noch erweitert und ausgebaut wurde. Der Bunker hatte >>3 Etagen<< untereinander und mehrere Ausgänge. 1938 wurde das Mehrfamilienhaus Küchengarten 8 zur Hälfte auf den Luftschutzbunker errichtet. 1942/43 wurde der Tiefkeller der ehemaligen Brauerei zu einem Luftschutzbunker mit einer Fläche von 700m² mit 600 Schutzplätzen ausgebaut.“ – Quelle: Chronik der Stadt Schwerin (Udo Brinker).

Die Ausbauarbeiten wurden größtenteils durch Zwangsarbeiter durchgeführt. In dem Buch von Udo Brinker wird beispielsweise im Zusammenhang mit den letzten Ausbaumaßnahmen von 1943 über sowjetische Zwangsarbeitern gesprochen, die den Ausbau vornehmen mussten. Über deren Schicksale ist nichts bekannt. (Bild 2: Fotos aus Nachlass eines Schweriner Architekten).

Eingänge in die Bunkeranlage Paulshöhe. Diese drei Fotos stammen aus dem Nachlass eines Schweriner Architekten.

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Der Bunker ist seit den 70er Jahren verschlossen. Genaue Angaben über die Größe, über Geschichten und Schicksale, die mit der Bunkeranlage verbunden sind, herauszufinden, könnte mit Blick auf die teils widersprüchlichen Angaben zur Größe und Etagenzahl, Umständen zum Aus- und Erweiterungsbau, ein interessantes und für die Schweriner Geschichte wertvolles Projekt sein. Der Mythos Paulshöhe Schwerin wird die Stadt noch lange begleiten.

Erstmals hier bei uns öffentlich: Video und Fotos vom Inneren der Anlage.

Fotos und Video aus der Bunkeranlage waren bisher nicht öffentlich einsehbar

BILDERGALERIE AUS DEM INNEREN DES BUNKERS

Hier nun das erste Video aus dem Inneren der Bunkeranlage. Wer sich den Text nicht anhören will, kann den Ton einfach abschalten:


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Autor St. Martin

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