Stadt plant „runden Tisch“ (Planwerkstatt) zur Paulshöhe und verrennt sich.

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Was am 8. August in der SVZ von der Stadt zu lesen war, ließt sich ziemlich verzweifelt. Es wirkt, als wolle die Stadt nur noch abreißen, weil das mal so geplant war und irgendwie doch verkaufen, aber irgendwie auch nicht, aber dann auch für sozialen Wohnungsbau, und trotzdem sollen über 4 Millionen durch den Platz eingenommen werden. Das klingt komisch, unlogisch, finanziell völlig daneben, ist aber so. 

 

Die SVZ schreibt (Artikel unten) dass die Stadt die bisherigen Pläne völlig über den Haufen geworfen hat. Wie die Stadt über die SVZ mitteilt, will sie schon bald mit Interessenten über die  Zukunft der Paulshöhe reden  und eine „Planungswerkstatt“ veranstalten. Vertreter aus verschiedensten Interessengruppen sollen teilnehmen dürfen. Die Teilnehmerzahl soll begrenzt werden.

 

Teilnehmer an dem Tisch sollen Sportvereine sein. Wir fragen uns, Wieso nennt die Stadt hier Sportvereine – es gibt offiziell keine Vereine mehr auf Paulshöhe. Es wurden allen Vereinen Anfang des Jahres gekündigt. Die SGD ist als einziges aufgrund – fehlender Fußballplätze noch vor Ort.

 

Es sollen an dieser Planungswerkstatt auch Bau-, und Imobillienleute eingeladen werden. Die Lage 1A+++++ ist geradezu geeignet hier durch den Verkauf von Grund und Boden richtig Geld zu machen. Doch, was steht da heute in der SVZ?

 

Zitat des Baudezernenten: „Wir wollen in der Werkstatt klären, ob es Teilflächen geben soll für […] sozialen Wohnungsbau.“ Diesen Satz kann man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Stadt will über 4 Millionen Euro durch Verkauf des Platzes einnehmen. In Schwerin gab und gibt es bisher keinen sozialen Wohnungsbau. Während kürzlich in Lankow hunderte kleine Wohnungen abgerissen wurden, auf dem Dreesch weitere Abrisse von hunderten kleinen, bezahlbaren Wohnungen ansteht – will man nun erstmalig gerade auf Paulshöhe – sozialen Wohnungsbau betreiben? Und trotzdem irgendwie 4 Millionen Euro einnehmen?

 

Die Gespräche mit der Waldorfschule betreffen anders als in dem Artikel der SVZ genannt nicht nur die Halle, sondern die Schule erwägt zusätzlich einen Gebäudekomplex auf einen Teilstück der Paulshöhe zu errichten und einen kleinen Sportplatz für den Schulsport aufzubauen. Ob die Waldorfschule dies tatsächlich alles finanzieren kann, steht völlig in den Sternen, da dies aufgrund der Struktur der Waldorfschulen keine Einzelperson, sondern mehrere Gremien entscheiden müssen. Zudem, sollte aus dem Sportplatz – Bauland werden, ist es nicht einfach hier einen neuen Sportplatz – egal wie groß – zu bauen, da sich der neue Sportplatz dann ja in einem Wohngebiet befindet. Und da darf nicht einfach so ein Sportplatz gebaut werden. Klingt wieder etwas merkwürdig, aber die jetzige Paulshöhe hat so etwas wie Bestandsschutz als Sportplatz, der bei einer erneuten Bebauung natürlich nicht mehr gilt.

 

Die Kanuten wollen eine Teilfläche erhalten um ihre jährlichen Wettbewerbe und Feste (Drachenbootfest) durchführen zu können. Sollte der Platz als Bauland ausgeschrieben werden, ist es rechtlich nicht so einfach einen „Parkplatz“ dort zu bauen, denn genau dies benötigen die Kanuten als „logistisches Hinterland“ wenn sie das in Schwerin jährlich stattfindende Drachenbootfest durchführen will. Alleine bei Drachenboot-Schulmeisterschaften ist nahezu jeder Fleck auf dem ein Auto passt auf der Paulshöhe belegt.

 

Wir kommen nicht drum herum, doch es muss deutlich gesagt werden, dass dies alles völlig an der Realität vorbei geht. Die Stadt will 4 Millionen Euro einnehmen.

Mit den in der SVZ genannten „Vorplanung“ wird dieser Millionen-Betrag nicht zu erwirtschaften sein. Es brauch also tragfähige Konzepte für die Paulshöhe. 

 

Was wir wollen!

Inzwischen dürfte ja hinlänglich bekannt sein, dass auch wir, die wir für einen Erhalt der Paulshöhe kämpfen – kompromissbereit sind. Unsere Forderung nach einem Erhalt betrifft  nach vielen Gesprächen lediglich den Kernsportplatz samt Tribünen und dem kleinen Gebäude am südlichen Rand des Kernsportplatzes. Was die Stadt mit den anderen 3/4 des Paulshöhe Areal anstellt, ist der Stadt überlassen. Wir wollen der Liga-Platz mit Tribüne.

 

Die Stadt hat bisher jede Kompromissanfrage dahingehend abgelehnt. Auch hat sie keine Angabe gemacht, was sie für exakt dieses von uns gewünschte Teil der Paulshöhe an Geldern erhalten möchte. Diese Fragen und Ansätze wollen wir auf der Planungswerkstatt vorstellen und angehen.

 

 

Wir von der Bürgerinitiative werden uns also auf einen „Sitzt“ bei der Planungswerkstatt, dem „runden Tisch“ bewerben um dann Fakten und Argumente sowie Ideen auf den Tisch zu packen, die die anderen noch nicht kennen oder nicht zulassen wollen oder bisher abgelehnt haben. Sollte unsere „Bewerbung“ für einen Platz auf der Planwerkstatt abgelehnt werden, behalten wir uns vor die Planwerkstatt trotz fehlender Einladung oder Zusage zu besuchen und dort  deutlich Wort zu ergreifen.

 

Abschließend halten wir Struktur der angedachten Planungswerkstatt für wenig zielführend. Es sollte allen Interessierten ein Zugang zu den Planungen ermöglicht werden. Ohne „Bewerbungsverfahren“. Auch sollte die Zielsetzung nicht auf die bisherigen Überlegungen beschränkt werden. Derzeit findet übrigens aktiver Fußballsport im Ligabetrieb auf der Paulshöhe statt (nur eine Liga unter der, wo jetzt der FC Mecklenburg Spielt, die jetzt das Stadion Lankow bespielen). Die SGD muss derzeit auf der Paulshöhe spielen, da die Stadt nicht über ausreichend Liga-taugliche Fußballplätze verfügt. Und der Ausbau des Ersatzplatzes in Lankow zieht sich hin, zudem entstehen weitere Fußballvereine die Plätze benötigen.

 

 

Hier der SVZ Artikel

Neue Pläne für die Paulshöhe

Stadtverwaltung schlägt Planungswerkstatt vor: Sie soll auch über Flächen für Vereine, Schulen und sozialen Wohnungsbau diskutieren

Die  Sportanlage auf der Paulshöhe  soll abgerissen  werden und Platz schaffen für Bebauung. Die Hallen müssen bleiben.kawi

DIE SPORTANLAGE AUF DER PAULSHÖHE SOLL ABGERISSEN WERDEN UND PLATZ SCHAFFEN FÜR BEBAUUNG. DIE HALLEN MÜSSEN BLEIBEN.KAWI

Maren Ramünke-Hoefer OSTORF Wie geht es weiter mit der Paulshöhe? Selten wurde um ein Gelände in Schwerin so lange und heiß gestritten wie über diesen Sportplatz. Nach großen Protesten gab es im Dezember erneut das Stadtvertreter-Votum: Die Nutzung als Sportstätte wird aufgegeben. Damit bestätigten sie einen Beschluss aus dem Jahr 2010. Fußball wird nun in Lankow gespielt, in den dortigen Sportpark hat die Stadt fünf Millionen Euro investiert. Neues Geld in die Stadtkasse soll der Verkauf der Flächen und der Turnhallen der Paulshöhe bringen, Schätzungen der Verwaltungsspitze gingen im vergangenen Herbst von etwa vier Millionen Euro aus.

Die Stadtverwaltung arbeitet aktuell an einer Vorlage über die konkrete Zukunft der Fläche: Sie möchte den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan der Paulshöhe in den Hauptausschuss einbringen. „Wir werden empfehlen, für diese Fläche eine Planungswerkstatt vorzuschalten“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. Dass das Gelände in eine wohnbauliche Nutzung umgewidmet wird, habe die Stadtvertretung ja bereits beschlossen. Aber welche Häuser in welcher Geschosshöhe auf welcher Grundstücksgröße und vor allem wie viele davon entstehen sollen, das ist bislang noch nicht klar. Obwohl die Lage ein „Premiumstandort“ sei, müsse man bei der künftigen Bebauung auch mit Schwierigkeiten rechnen. „Die Erschließung beispielsweise wird nicht einfach“, so Nottebaum.

Von der ursprünglichen Idee vor einigen Jahren, hier vor allem Villen für Besserverdienende entstehen zu lassen, ist die Verwaltung inzwischen aber wohl abgerückt. „Wir wollen in der Werkstatt klären, ob es Teilflächen geben soll für die Kanurenngemeinschaft, für Bildungseinrichtungen und auch für sozialen Wohnungsbau“, sagt der Baudezernent. Moderiert werden solle die Planungswerkstatt von Externen, also Außenstehenden. Mitdiskutieren könnten Vertreter von Sportvereinen und Schulen im Stadtteil, Interessenvertreter der Wohnungswirtschaft sowie Bewohner. Und auch einige Schweriner sollen sich um ein oder zwei Plätze am Planungstisch bewerben können, so die Vorstellung des Dezernenten. Der Freien Waldorfschule in der Schlossgartenallee, die die alten Turnhallen sowie die Sportflächen auf der Paulshöhe seit Jahren nutzt, wurden bereits die denkmalgeschützten und sanierungsbedürftigen Hallen zum Kauf angeboten wurden.

Der Aufstellungsbeschluss werde nach der Sommerpause in den Hauptausschuss eingebracht, so Bernd Nottebaum, und dann im Bau-, Umwelt- und Liegenschaftsausschuss und dem Ortsbeirat diskutiert. „Wenn alles gut läuft, können wir ihn im Oktober beschließen“, sagt der Dezernent. Die Planungswerkstatt selbst veranschlagt er mit etwa einem halben Jahr.

 

 

 

 

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