Ein Blick zur Partnerstadt Wuppertal

Im Wuppertal ist ein ählich altes Stadion wie die Paulshöhe, die abgerissen werden soll, unter Denkmalschutz gestellt worden. Wir haben uns etwas genauer umgeschaut und haben die offizielle Begründung der „unter Schutz“ Stellung eingeholt. Die ASK hat indes bereits verkünden lassen, beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege das Thema einer Unter Schutz Stellung der Paulshöhe – aufgrund der „Ähnlichkeiten“ zu Wuppertal erneut anzugehen.

 

Hier der Begründungstext für den Denkmalschutz für das „Stadion am Zoo“ in Schwerins offizieller Partnerstadt Wuppertal.

 


 

Das Objekt Hubertusallee 4 ist die heute „Stadion am Zoo“ genannte Elberfelder Sportstätte, früher unter dem Namen „Bergisches Stadion“ bekannt.
Die Anlage, eingebettet zwischen Wupper und dem zum Zoologischen Garten hinaufführenden Hang, besteht aus der eigentlichen Kampfbahn mit Tribünenbau und umgebenden Erdwällen, dem Vorplatz mit Kassenhäuschen und Stadiongaststätte an der Nordseite und einem Fußballplatz mit Turnhalle an der Südseite des Stadions.
Die endgültigen Baupläne des Stadions, die von den Kölner Architekten Willkens und Nussbaum anhand eines Vorentwurfes des Elberfelder Hochbauamtes erarbeitet wurden, wurden zwischen April und Oktober 1924 in die Realität umgesetzt. Am 5. Oktober 1924 fand die Einweihung statt. Die Turnhalle wurde in den Jahren 1928/1929 nach Plänen des städtischen Hochbauamtes erbaut.
Das oval angelegte Stadion beherbergt nicht nur Standardeinrichtungen wie Fußballfeld, Aschenbahn und Leichtathletikkampfstätten. Es besitzt zudem eine umlaufende Radrennbahn mit zwei Steilkurven, die jedoch heute durch den späteren Einbau von Sitzplätzen an der Ostflanke unterbrochen ist.
An der Gegengeraden liegt das lang gestreckte Tribünengebäude, welches sich der Form des Stadions anpasst. Es öffnet sich zum Spielfeld mit den von einem weit ausladenden Flachdach überdeckten Sitzreihen. Die rückwärtige Fassade parallel zur Wupper ist dreigeschossig. Die Putzfassade ist gegliedert durch gleichmäßig gereihte, schmale Fenster und eine abschließende Blendarkade. Die sieben Mittelachsen werden sowohl durch einen sehr flachen Dreiecksgiebel als auch durch eine zweiläufige Außentreppe mit krönendem kleinem Portikus betont.

Eingefasst wird die Fassade durch ausladende, um die Schmalseiten geführte Treppen und durch beiderseitig höher geführte, an Ecktürme erinnernde Seitenteile. Die Stadiongaststätte ist ein zweigeschossiger, breit gelagerter Bau mit Putzfassade, nördlich vorgelagertem mittigem Eingangsportikus und seitlichen Runderkern, weitgehend verglaster Terrasse zum Sportfeld hin und gekurvtem Walmdach.

Der Vorplatz wird allseitig eingefasst: zur Straße hin liegt die Reihe der Kassenhäuschen, gerahmt von runden Eckpavillons mit Kegeldächern; an der Ostseite Nebengebäude, an der Westseite ursprünglich eine durch Hecken abgeteilte Gartenwirtschaft.

Die Turnhalle, ein symmetrischer Baukörper mit überhöhtem Mittelteil und niedrigen Flügelbauten mit kleinen Kegeldächern, orientiert sich mit Fenstern und Dachformen an den übrigen Bauten und passt sich nahtlos in die Gesamtanlage ein.

Das Wuppertaler Stadion weist die typische Form einer Sportstätte der frühen 20er Jahre auf: Zuschauerränge aus Erdschüttungen und eine Tribüne an der Westseite. Einmalig ist die Verbindung von Leichtathletik- und Fußballplatz mit einer Radrennbahn innerhalb eines einzigen Stadions. Als einziger Vergleichsbau kann das 1913 erbaute Deutsche Stadion in Berlin-Grunewald gelten. Mit dem Wuppertaler Stadion ist eine der großen Sportanlagen der 20er Jahre in nahezu vollständiger Weise erhalten. Typisch sind die landschaftlich reizvolle Lage, die in dieser Zeit für Sportstätten ausdrücklich gesucht und in Wuppertal hoch gelobt wurde, die Gesamtanlage und schließlich auch die qualitätvolle Ausbildung der Stadionarchitektur.

Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gemäß § 2(1) DSchG aus wissenschaftlichen – hier insbesondere architektur- und sportgeschichtlichen – und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.

Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude.


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