Kulturlos? Die Stadt Schwerin plant einen Platz abzureißen, der nach dem Herzog benannt wurde, der die Stadt überhaupt erst zur Residenzstadt gemacht hat. #Weltkulturerbe

am

Er war der Sohn des bereits 1819 verstorbenen Erbprinzen Friedrich Ludwig und der russischen Großfürstin Helena Pawlowna Romanowa sowie ein Enkel des Großherzogs Friedrich Franz I.

Paul Friedrich starb am 7. März 1842 an den Folgen einer nicht auskurierten schweren Erkältung, die er sich am 24. Januar 1842 bei der Bekämpfung des Großbrandes am Schweriner Pfaffenteich zugezogen hatte.

Er hatte die Nacht hindurch bei einem der großen Stadtbrände der durch ihn zur Residenzstadt erkorenen Stadt Schwerin selbst mit angepackt, als die Not die stadt ereilte. Neben Bauern, Bettlern, Stallburschen. Großherzog Paul Friedrich von Mecklenburg wurde am 19. März 1842 in der Heiligblutkapelle des Schweriner Doms beigesetzt uns später umgebettet.

Sein Tod machte ihn in der Stadt zum Helden. Ein Herzog, der mit anpackte und am Ende dafür mit seinem Leben bezahlte.  Ihm zu Ehren wurde erst vor wenigen Jahren  auf dem Alten Garten – einen Vorplatz in direkter Nähe zu dem Schweriner Schloss – eine überlebensgroße Statue aufgestellt.

Doch dies war vielen Schwerinern nicht genug der Ehre und nach ihm wurde ein Damm, ein Stadtteil (die Paulsstadt) und  nur kurz nach seinem Tode ein Platz am Rande des Schloßgartens benannt – die Paulshöhe.

Eben jener nach dem „Helden der Stadt“ benannte Platz, der erst eine Brauerei mit Konzertgarten – einem der größten seiner Zeit in ganz Deutschland – später dann zu einem der aktuell ältesten Stadien Norddeutschland wurde, soll nun einer Villenbebauung weichen. Befürworter eines Erhaltes des Platzes argumentieren, das dieser Platz seit der ersten Bebauung immer den Bürgern gehört hat, erst als Konzert-, und Gastlichkeit – anschließend als Sportplatz. Doch nach der angestrebten Bebauung mit exklusivem Wohnraum wird dieser historische Grund und Boden verschwunden sein. Somit auch ein Andenken an einen der größten der Stadtgeschichte.

Das wirklich Groteske daran ist, dass sich die Landeshauptstad Schwerin  mit der herzoglichen Residenz, dem Schloss, dem Museum, dem Staatstheater und natürlich dem Schloßgarten – dem Residenzensemble – auf einen Status als Weltkultureberbe bei der UNESCO bewirbt.

Doch es kommt noch grotesker – die Sportstätte „Paulshöhe“ liegt in der direkten Pufferzone weniger als 150 Meter von angestrebten Weltkulturerbeareal entfernt.

 

Auch wenn es derzeit vielen Befürwortern des Erhaltes „nur“ um den Sportplatz geht, ist das historische „drumherum“ bemerkenswert. Der Mann, der Schwerin schlußendlich zur Residenz machte – nach dem ein Platz benannte wurde, der im weitesten Sinne den Grundstein für ein potenzielles Welterbe gelegt hat – soll abgerissen und somit ein Ende finden.

Schwerin – besinne dich auf deine Wurzeln, auf deine Kultur und Geschichte, sonst hast du den Status eines Weltkulturerbes nicht verdient.

Weiterführende Informationen: Der Herzog

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s